
Viele Menschen kommen in die Therapie, weil sie sich nach mehr Verbundenheit mit sich selbst und anderen sehnen.
Oft zeigt sich dieser Wunsch zunächst dort, wo etwas schmerzt: wenn Beziehungen immer wieder als belastend erlebt werden, innere Anspannung nicht nachlässt, Ängste den Alltag bestimmen, wir uns selbst die Schuld geben, an uns zweifeln oder das Gefühl entsteht, uns selbst verloren zu haben.
Hinter diesen Erfahrungen steht kein fehlender Wille oder persönliches Versagen, sondern Anpassungsstrategien, die einst hilfreich waren, um mit schwierigen Beziehungs- und Bindungserfahrungen umzugehen.
In meiner traumasensiblen Arbeit geht es darum, diese Muster behutsam zu verstehen und den Bedürfnissen und Wünschen, die sich dahinter verbergen, näherzukommen. Daraus können neue Möglichkeiten für Beziehung, Selbstwirksamkeit und Lebendigkeit entstehen.



Mein therapeutischer Ansatz
Meine therapeutische Arbeit ist durch das Neuroaffektive Beziehungsmodell (NARM®) geprägt, einem traumasensiblen Ansatz für Menschen mit Entwicklungs-, Bindungs- und Beziehungstrauma – auch als Komplextrauma bezeichnet.
Komplextrauma entsteht häufig dort, wo Kinder über längere Zeit keine ausreichende Sicherheit, Resonanz oder emotionale Unterstützung erfahren. Um mit diesen Erfahrungen umgehen zu können, entwickeln Kinder oft Überlebensstrategien – etwa indem sie Gefühle und Bedürfnisse unterdrücken oder sich innerlich zurückziehen, um das Unerträgliche erträglich zu machen. Diese Strategien waren damals schützend und hilfreich. Heute stehen sie uns jedoch oft im Weg – in unseren Beziehungen, unserem Selbstwert oder dem Zugang zu uns selbst.
In meiner NARM®-informierten Arbeit geht es darum, diese Muster zunächst einmal wahrzunehmen – ohne Bewertung und ohne Druck. Indem wir ihnen mit Neugier begegnen, entsteht nach und nach mehr Freiheit, anders zu wählen. Die therapeutische Beziehung bietet dabei einen sicheren Raum, in dem neue, korrigierende Erfahrungen möglich werden, denn Beziehungstrauma heilt in Beziehung. Deshalb reden wir nicht nur über die Vergangenheit. Wir erkunden, was sich im Hier und Jetzt zeigt – in deinem Erleben, deinem Körper, in deinen Emotionen und unserer therapeutischen Beziehung.
Mir ist dabei besonders wichtig, mit Zugewandtheit und Respekt anwesend zu sein – mit Blick auf das, was uns als Menschen verbindet. Meine Arbeit ist deshalb queeraffirmativ und kultursensibel ausgerichtet und berücksichtigt die gesellschaftlichen und strukturellen Bedingungen, in denen wir leben.

Über mich
Mich hat schon immer fasziniert, wie Menschen zu dem werden, was sie sind – und wie Veränderung möglich wird. In der Literatur suchte ich nach solchen Geschichten; in der Philosophie nach einem tieferen Verständnis davon, wer wir sind. Nach einem Studium dieser beiden Fächer wandte ich mich dem Schreiben zu, das bis heute einen zentralen Teil meines Lebens ausmacht. Seit 2024 erscheinen meine Romane im Berlin Verlag. → zur Autor*innenwebsite
Während der Corona-Pandemie zog es mich zunehmend in die therapeutische Arbeit. 2023 absolvierte ich eine Ausbildung in ambulanter Sterbebegleitung. Es folgten eine ressourcenorientierte psychotherapeutische Ausbildung bei Vera Dreher in Berlin, die Heilpraktikerprüfung sowie das NARM® Basic Training. Allen diesen Stationen gemeinsam ist mein Interesse daran, Menschen in ihrer Würde und ihrer Fähigkeit zur Veränderung zu begegnen. Meine Arbeit vertiefe ich heute kontinuierlich durch Supervision und zusätzliche Fortbildungen.
Ich identifiziere mich als nicht-binär und werde gern ohne Pronomen angesprochen. Eine queeraffirmative und diskriminierungssensible Haltung ist ein selbstverständlicher Teil meiner therapeutischen Arbeit und Ausdruck meiner Werte.




Konditionen und Rahmen
Ich biete therapeutische Begleitung an
- auf Deutsch und Englisch
- in Präsenz und online
- in Berlin-Neukölln (Nähe U-Bahn Leinestraße + S-Bahn Hermannstraße)
- 90 € / 60 Minuten
- zwei solidarische Plätze: 60 € / 60 Minuten (für Menschen mit aktuell begrenzten finanziellen Möglichkeiten)
- nach Absprache auch am Wochenende
Als Heilpraktiker*in für Psychotherapie rechne ich nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen ab. Eine selbst finanzierte Therapie kann deshalb zeitnah beginnen. Umfang und Frequenz der Sitzungen richten sich nach deinem individuellen Bedarf. Außerdem erfolgt keine Diagnosestellung gegenüber der Krankenkasse.
Bitte beachte: Neben meiner therapeutischen Tätigkeit arbeite ich weiterhin als Autor*in. Während einzelner Aufenthaltsstipendien bin ich zeitweise nicht in Berlin. In dieser Zeit finden Sitzungen ausschließlich online statt.

Kontakt
Wenn du Fragen hast oder einen unverbindlichen ersten Termin vereinbaren möchtest, freue ich mich über eine E-Mail an:
res.sigusch@posteo.de
Absageregelung: Wenn du eine vereinbarte Sitzung absagen möchtest, melde dich bitte ebenfalls per E-Mail mindestens 48 Stunden vor deinem Termin bei mir. Bei späteren Absagen berechne ich das vereinbarte Honorar.